Die Podiumsdiskussion am Freitag…

Der NSU-Komplex
mit Ibrahim Arslan, Katharina König, Antifa AK Köln

Im November 2011 enttarnte sich der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) selbst. An vielen Orten in Deutschland tauchte ein rassistisches Video auf, in dem sich der NSU zu seiner Mord- und Gewaltserie bekannte. Zehn Menschen wurden ermordet, neun von ihnen aus rassistischen Motiven. Durch die Morde und Bombenanschläge, wie im Juni 2004 in der Kölner Keupstraße, bei dem nur durch großes Glück niemand getötet wurde, verbreitete der NSU seinen rassistischen Terror.
Seit der Selbstenttarnung debattiert die antirassistische und antifaschistische Öffentlichkeit über die NSU-Mordserie und die Konsequenzen im Kampf gegen Nazis und Rassismus. Innerhalb der deutschen antifaschistischen Linken hatten die wenigsten für möglich gehalten, was im November 2011 plötzlich Gewissheit wurde: Dass Nazis über Jahre hinweg unter den Augen des Staates abtauchen konnten, um Mord und Gewalt zu verbreiten, dass staatliche Behörden nicht einschritten und zum Teil das Umfeld des NSU selbst hervorbrachten.
Die Opfer und Betroffenen des rassistischen Terrors haben, schon unmittelbar nach den Taten, auf mögliche rechte Hintergründe hingewiesen. Während die Ermittlungsbehörden und die Öffentlichkeit, viele der Opfer und Angehörigen zu potentiellen Täter_innen erklärten, nahmen auch viele Antifas die Möglichkeit eines neonazistischen und rassistischen Hintergrundes nicht ernst genug. Ein damals schon nötiges Bündnis gegen den Naziterror und das rassistische Klima in dem er stattfindet, kam nie zustande.
Nach der Enttarnung haben antifaschistische und antirassistische Linke immer wieder betont: „Das Problem heißt Rassismus“, aber was heißt das genau? Wie hängen der eliminatorische Rassismus der Nazis, der Rassismus von Polizei, durch den die Aufklärung der Taten verunmöglicht wurde und der Rassismus weiter Teile der Öffentlichkeit, die von „Dönermorden“ sprach, als Menschen getötet wurden und die gerne glaubte, wenn Polizei und Behörden die Opfer und ihre Angehörigen zu „Tätern“ machte zusammen? Wie können wir als antifaschistische und antirassistische Linke, die um die mörderische Kontinuität rassistischer Gewalt und die Bedeutung rassistischer Ausschlüsse für die Gesellschaft wissen, rassistische Gewalt früher erkennen, wie können wir in Austausch treten und gemeinsam Solidarität organisieren gegen Nazis und Rassismus?

KATHARINA KÖNIG saß im Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss. Seit ihrer Jugend in den 90er Jahren war sie in Jena antifaschistisch aktiv.
Als Kind überlebte IBRAHIM ARSLAN den Nazi-Anschlag von Mölln. Heute kämpft er gegen Rassismus und das Vergessen.
Der ANTIFA AK KÖLN bereitet gemeinsam mit vielen Anderen die antifaschistischen Aktionen zum Prozess um den NSU-Anschlag auf die Keupstraße vor.

Wichtig: Probleme bei der Anmeldung

Aufgrund eines technischen Problems müssen wir leider alle, die sich über das Anmeldeformular angemeldet haben, bitten, uns nochmal eine Mail an unsere E-Mail-Adresse zu schreiben.
Die Anmeldefrist wurde bis 7 Tage vor dem Kongress verlängert.

Und weil mehrfach nachgefragt wurde: Es gibt noch genug Plätze und es werden in jedem Fall ausreichend Schlafplätze vorhanden sein. Wir benötigen dafür lediglich eure Anmeldung um planen zu können. Also meldet euch fleißig an.

Programmergänzung

Für das Podium zum NSU-Komplex konnten wir Ibrahim Arslan und Katharina König gewinnen.

Auf der Kongressparty werden unter anderem Kenny Kenny Oh Oh (Grrrl-Punk aus Leipzig/Berlin), Street Eaters (Truwave aus Berkeley/Oakland) und GrGr (Elektropunkwhatever aus München) ihre Aufwartung machen.

Weitere Ergänzungen zum Programm folgen in den nächsten Tagen.

Anmeldung

Da wir dieses Jahr einen Kongress und kein Camp veranstalten, gestaltet sich auch die Anmeldung und die Teilnahmegebühr etwas anders. Wir wollen einerseits Anreisenden einen möglichst stressfreien Kongress und andererseits gleichzeitig die temporäre Teilnahme am Kongresses zu einem fairen Preis ermöglichen. Damit wir den verschiedenen Bedürfnissen gerecht werden, gibt es gestaffelte Teilnahmegebühren:

– insbesondere für Anreisende gibt es das Komplett-Paket: ihr meldet euch mind. 14 Tage vor Kongressbeginn (d.h. Anmeldeschluss ist der 17.10.2014) über das pgp-fähige Anmeldeformular an und überweist die Teilnahmegebühr von 15€ auf das angegebene Konto. Im Komplett-Paket enthalten ist die Teilnahme am Kongress von Freitag bis Sonntag, leckere vegane Verpflegung für das ganze Wochenende, freier Eintritt zur Kongressparty am Samstag und bei Bedarf organisieren wir euch auch Pennplätze (bitte bei der Anmeldung angeben).

– für Kurzentschlossene ist es ebenfalls möglich am Kongress teilzunehmen (keine Anmeldung notwendig, für eine besser Planung aber erwünscht). Wir möchten aber auch von euch einen fairen Beitrag zur Kongressfinanzierung. Deswegen verlangen wir für die Abendveranstaltungen jeweils 3€ Unkostenbeitrag und wer Samstags auch schon tagsüber teilnehmen möchte, steuert bitte 5€ bei.

Und wie immer gilt: am Geld soll’s nicht scheitern. Wer wirklich knapp bei Kasse ist, meldet sich einfach im Vorfeld bei uns – wir finden dann sicher eine Lösung!

BALD BEGINNT DIE ANMELDEPHASE

In ein paar Tagen wird es auf dieser Seite die Möglichkeit geben, euch für den Kongress anzumelden.
Damit ihr wisst worauf ihr euch dabei einlasst, geht in Kürze das Programm online. Neben Einführungen, etwa zur Kritik der politischen Ökonomie, zum Verhältnis von Kapitalismus und Geschlecht, zu Antimilitarismus oder zur Kritischen Theorie sowie informativen Veranstaltungen zur extremen Rechten, werden auch Austausch und Vernetzung nicht zu kurz kommen.

Antifa-Jugendcamp goes Kongress!

Vom 31.10. bis zum 2.11.2014 findet in München ein bayernweiter antifaschistischer Jugendkongress statt.
Der Kongress soll eine Plattform für den Austausch zwischen verschiedenen antifaschistischen Spektren sein und Interessierte für antifaschistisches Engagement gewinnen. Zur Teilnahme und Unterstützung sind alle Jugendgruppen und Einzelpersonen, die antifaschistisch arbeiten (wollen), eingeladen. Wir wollen Erfahrungen austauschen, Wissen vermitteln, Grundsätze und Standpunkte diskutieren, sowie Ansätze gemeinsamer Aktivitäten erarbeiten.

Das Programm umfasst sowohl Diskussionsrunden zu verschiedenen Themen als auch Workshops mit Praxisbezug, Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Gruppen und Regionen, ein Zeitzeugengespräch und eine Kongressparty – hier ist für jede_n etwas dabei!