Kategorie: Allgemein

Übrigens…

Im DGB scheint es einige Kommunikationsprobleme zu geben, deshalb hier zur Klarstellung:

In einer Stellungnahme hat sich der DGB zu seiner Entscheidung geäußert, dem Antifa Kongress Bayern – und damit antifaschistischen Inhalten und Debatten – die Räumlichkeiten zu kündigen. In dieser wird behauptet, von dem Kongress erst über den Artikel auf dem rechten und AfD-nahen Blog Journalistenwatch erfahren zu haben. Dabei wurde unsere Anmeldung und die Vermietung der Räumlichkeiten für den Kongress bereits im Sommer diesen Jahres von der DGB Jugend beschlossen. Wenn der DGB nun behauptet, mit ihm hätte „von den Veranstaltern vorher niemand darüber gesprochen“, dann irritiert uns das sehr: wir haben uns nicht unter falschen Vorwänden eingeschlichen, wie man aufgrund solcher Aussagen meinen könnte und auch sonst immer mit offenen Karten gespielt. Auch die Behauptung, dass uns „drei alternative Veranstaltungsorte in München“ angeboten wurden, überrascht: bis jetzt hat uns seitens des DGB keinerlei Angebot für alternative Räumlichkeiten erreicht – übrigens ebensowenig wie eine schriftliche Absage.

Wir fordern den DGB daher erneut auf, das Verbot des Antifa-Kongresses in den Räumen des Münchner Gewerkschaftshauses umgehend aufzuheben und sich öffentlich bzgl. der rechten Umtriebe in seinen eigenen Reihen zu positionieren!

Besser, größer, schöner: Antifa Kongress Bayern findet statt

Ihr habt es mitbekommen: Nach einer massiven Kampagne extrem rechter Medien, der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) und der Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die bayerische DGB-Führung uns die Räume für den Antifa-Kongress in München gekündigt. Außerdem hat sich die bayerische DGB-Jugend nach dem massiven Druck aus der Organisation des Antifa-kongress zurück ziehen müssen. Doch während sich rechte Aktivist_innen und Polizeigewerkschaften nach getaner Arbeit die Hände reiben, können wir euch mitteilen: Der Antifa-Kongress wird ohne Abstriche stattfinden. Und er wird besser als je zuvor.
Doch was genau hat es auf sich mit diesem Joint-Venture des AfD-nahen Medienprojekts „Journalistenwatch“ und den „Kolleg_innen“ von der Abteilung „Law and Order“?
Am 16. Oktober erschien auf dem extrem rechten Medienprojekt „Journalistenwatch“ ein Artikel, in dem Stimmung gegen den bayerischen Antifa-Kongress gemacht wurde. Schon bald schloß sich die DPolG an, nutzte den Kongress für Seitenhiebe auf die DGB-Konkurrenz von der GdP und forderte die Absage seitens des DGB. Dem schloß sich die GdP an und machte Stimmung. Leider zunächst erfolgreich. So schreibt die GdP Nordrhein-Westfalen in einer Mitteilung: „Nach Bekanntwerden der geplanten Veranstaltung hat der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow umgehend Kontakt mit dem DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann aufgenommen und ihn gebeten, der Antifa keine Räume im DGB-Haus zur Verfügung zu stellen. Unserer Bitte ist der DGB heute nachgekommen: Das DGB-Haus in München steht der Antifa nicht zur Verfügung!“
Das Verhalten der GdP- und der DGB-Führung ist ein handfester Skandal. Nicht nur greifen Bundesstrukturen autoritär in die Arbeit ihres bayerischen Jugendverbandes ein. Mehr noch, im Rückgriff auf extrem rechte und AfD-nahe Quellen, verhindern sie einen gemeinsamen antifaschistischen Kongress gewerkschaftlicher wie nicht-gewerkschaftlicher Initiativen. Inhaltliche Argumente bringt niemand von ihnen, offenbar reicht das Label „Antifa“ zur Skandalisierung. In Zeiten wie diesen ist das umso fataler. Das Münchner AIDA-Archiv hat exemplarisch einige der Gewaltaufrufe gegen den Kongress und seine Teilnehmer_innen, die sich unter den entsprechenden Social-Media-Postings finden, dokumentiert https://www.aida-archiv.de/index.php/termine-2/antifa-termine/antifa-termine-muc/6877-3-5-november-2017
Seit vielen Jahren kritisieren Antifaschist_innen innerhalb und außerhalb der Gewerkschaften den gesellschaftlichen Rechtsruck. Wie sich zeigt, macht dieser Rechtsruck auch vor den Gewerkschaften keinen Halt. Zahlreiche Studien belegen das. Umso wichtiger ist es, dass sich Antifaschist_innen aus den Gewerkschaften und darüber hinaus treffen, diskutieren und sich vernetzen. Seit vielen Jahren sind die bayernweiten Antifa-Kongresse Ort für diesen Austausch. Erst vor drei Jahren fand der Kongress schon einmal im Münchner DGB-Haus statt. Mit reger Beteiligung und ohne irgendwelche Probleme. Daran wollen und daran werden wir anknüpfen. Seit jeher arbeiten unzählige Gewerkschafter_innen gegen die Bedrohungen von Rechts. Antifaschismus ist in den Gewerkschaften kein Nebenwiderspruch oder das Hobby einiger weniger. Antifaschismus ist erklärtermaßen Fundament der Arbeit des DGB, seiner Mitgliedsgewerkschaften und seiner Mitglieder. Wir möchten der Führung der GdP und des DGB aus ihrem eigenen Grundsatzprogramm vorlesen:
„Sie [die Gewerkschaften; Anm. d. Verf.] müssen für eine andere Zukunft, für gesellschaftliche Alternativen, für die Überwindung sozial ungerechter und ökologisch unerträglicher Verhältnisse kämpfen. Sie müssen Widerstand und Gegenmacht ebenso entwickeln wie vorwärtsweisende Initiativen und zukunftsfähige Konzepte, um Freiheit und Demokratie, Solidarität und Gerechtigkeit durchzusetzen. […] Mit der erfolgreichen Überwindung der gewerkschaftlichen Zersplitterung haben die Gewerkschaften die Lehren aus ihrer bittersten Niederlage, der kampflosen Kapitulation vor dem Nationalsozialismus im Jahre 1933, gezogen. Dazu kam das einheitsstiftende Vermächtnis der im Widerstand gegen die Diktatur umgekommenen Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter. “  
(Grundsatzprogramm des Deutschen Gewerkschaftsbundes, S. 2/3)
Dafür stehen auch wir. Wie ernst meint es die GdP- und DGB-Führung mit diesen Aussagen, wenn sie nach 13% AfD bei den letzten Bundestagswahlen, ihren eigenen Kolleg_innen und ihren antifaschistischen Freund_innen schon derart in den Rücken fallen? Allen Freund_innen und Kolleg_innen in den Gewerkschaften und darüber hinaus wollen wir sagen: Es ist ein Zeichen des gesellschaftlichen Rechtsrucks, auch innerhalb der Gewerkschaften, wenn eine solche Diffamierungskampagne gegen uns erfolgreich ist. Wenn es in Zukunft möglich ist, dass gewerkschaftlichen Gruppen von oben herab antifaschistisches Engagement verboten wird und gewerkschaftliche Veranstaltungen in den eigenen Räumen verhindert werden, dann wird es bald auch alle anderen treffen, die „für eine andere Zukunft, für gesellschaftliche Alternativen, für die Überwindung sozial ungerechter und ökologisch unerträglicher Verhältnisse“ kämpfen. Was jetzt mit uns passiert, passiert bald mit euch. Wir lassen uns nicht spalten. 
Wir fordern die politisch Verantwortlichen, den GdP-Bundesvorsitzenden Oliver Malchow, den bayerischen DGB-Vorsitzenden Matthias Jena und den Bundesvorsitzenden des DGB Reiner Hoffmann, auf, sich öffentlich zu positionieren und das Verbot des Antifa-Kongresses in den Räumen des Münchner Gewerkschaftshauses umgehend aufzuheben. Allen solidarischen Freund_innen und Kolleg_innen aus den Gewerkschaften gilt schon jetzt unser Dank.
Unabhängig davon, ob die Verantwortlichen des DGB ihre Fehlentscheidung revidieren werden oder nicht: Wir stehen auf der Seite derjenigen, die sich gegen den Rechtsruck in Gewerkschaft und Gesellschaft stellen. Kommt alle zum Antifa-Kongress vom 3.-5. November in München.
Über alle Entwicklungen halten wir euch zeitnah über auf dem Laufenden.

die heiße Phase beginnt…

In einem Monat geht es los. Vom 3. bis zum 5. November erwarten euch im Münchner DGB-Haus eine Reihe von Vorträgen und Workshops, sowie ein vielfältiges Rahmenprogramm. Freitag- und Samstagabend lassen wir mit Party und Konzerten ausklingen.

Themen sind dieses Jahr: AfD und Antifeminismus / AfD und Soziale Frage / Rechter Terror / NSU / CSU – Ideologie & Realpolitik / Antirassistische Theorie & Praxis / Kämpfe der Migration / Utopie / Feminismus / Kritik der politischen Ökonomie / Renationalisierung & autoritäre Tendenzen / Out of Action / Digitale Selbstverteidigung / Demosani-Arbeit…

Mit Frigga Haug, Fritz Burschel, Andreas Kemper, Sibel Schick, Massimo Perinelli, Rosa Fava, Robert Andreasch, Eike Sanders, Stefan Dietl, Gruppen gegen Kapital und Nation und vielen mehr

Teilnehmen: Eine Voranmeldung ist nicht nötig. Das Kombiticket für 3 Tage gibt es für 10-15 € (Party am Freitag & Samstag inklusive). Wenn ihr nur am Samstag teilnehmen wollt, macht das 5-10 € (inkl Party am Samstag); am Freitag oder Sonntag freuen wir uns über eine kleine Spende.

Am Sonntag findet eine Führung im NS-Dokuzentrum statt. Leider gibt es hier nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen. Wir bitten daher um eine Voranmeldung unter antifakongress2017@riseup.net.

Antifa-Kongress Bayern 2017

2017 kommt der Antifa-Kongress Bayern wieder nach München. Vom 3. bis zum 5. November wollen wir mit euch gemeinsam in Austausch treten, diskutieren, Perspektiven und Strategien entwickeln. In einer Reihe von Vorträgen werden wir uns mit rechten Bewegungen, Ressentiments und Ausgrenzung auseinandersetzen und an Debatten um Kapitalismuskritik, Geschlechterverhältnis und Alternativen zu den herrschenden Zuständen anknüpfen. Auch dieses Jahr soll der Kongress einen Rahmen zum Kennenlernen und Vernetzen bieten.
Außerdem werden wieder praktische Workshops, etwa zu Emotionaler Erster Hilfe, Stop-Deportation- und Demosani-Arbeit, auf dem Programm stehen. Und natürlich wird auch diesmal Party und Abgehänge nicht zu kurz kommen.

Info-Update

Auch 2016 gibt es wieder einen bayernweiten Antifa-Kongress. Diesmal spielt sich das Ganze vom 7. bis zum 9. Oktober in Nürnberg ab. Gemeinsam mit euch wollen wir mit Vorträgen, Diskussionen und Workshops dem völkischen Rollback und allen mit ihm verbundenen Scheußlichkeiten auf den Grund gehen und uns überlegen, was die radikale Linke den derzeitigen Zuständen entgegensetzen kann. Neben Veranstaltungen zu feministischen Analysen und Kämpfen, Kapitalismuskritik und Rassismustheorie, stehen auch einige Workshops zur alltäglichen Praxis auf dem Programm:

AfD und neue Rechte / Feministische Theorie & Praxis /
Kritik des regressiven Antikapitalismus / Awareness / Presse-Workshop / Feminismus, Körper und Sexualität / Solidarity For All / Dekonstruktion und Materialismus /
Antifa in Zeiten v. Krise & Regression / Neuer Rassismus /
Rechter Vormarsch & Gegenstrategien / Rechtshilfe & Antirepression / Richtig Recherchieren / Rapeculture /Internet & Daten

Mit I. Schminke, T. Ebermann, J. Nowak, A. Kemper, E. Lohoff, F. Sowa, R. Andreasch, F. Eisheuer, L. Galow-Bergemann, NIKA und vielen mehr…

Am Samstag feiern wir mit dem Trouble in Paradise Kollektiv (Rap…Grime…Trap…Girl…Squad…Action)

Teilnehmen: Eine Voranmeldung ist nicht nötig. Das Kombiticket für 3 Tage inklusive freiem Eintritt zur Party gibt es für 10-15 €. Wenn ihr nur am Samstag teilnehmen wollt, macht das 5-10 € (inkl Party); am Freitag oder Sonntag freuen wir uns über eine kleine Spende.

Schlafplätze: Falls ihr und eure Freund_innen einen Platz zum Übernachten sucht, schreibt uns doch bitte eine Mail mit der Anzahl der Personen an afa-kongress@riseup.net. Sendet uns keine Klarnamen. Es reicht die Anzahl der Personen. Kommt am Kongress bitte zum Infopoint, ihr erhaltet dort weitere Infos. Bei Bedarf gibt es auch FLIT* Schlafplätze.

Anfahrt: Die Anfahrt zu Projekt 31 (An den Rampen) und K4/Künstlerhaus (Königsstraße 93) findet ihr hier

Podiumsdiskussion & Party am 8. Oktober

Der Samstag wird mit einer Podiumsdiskussion zum rechten Vormarsch & linken Gegenstrategien und anschließender Party mit dem Trouble In Paradise Kollektiv abgeschlossen.

Was tun weil‘s brennt!
Rechte Mobilisierungen und linke Gegenstrategien

mit Thomas Ebermann, Jan Nowak, NIKA, Antifa Kleinparis

Während nach dem Sommer der Migration nahezu alle etablierten politischen Akteure bereitwillig mithalfen, das politische Uhrwerk wieder auf Abschottung zu stellen, tobt der Mob weiter. Animiert vom völkisch-nationalistischen Grundrauschen rotten sich gefühlte „Vollstrecker des Volkswillens“ in „Nein zum Heim“-Initiativen zusammen, verüben Angriffe auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte, verwandeln sächsische Innenstädte an Montagabenden zu No-Go-Areas und rücken auf antifeministischen Großevents zusammen. Die Alternative für Deutschland ist dabei sowohl Motor als auch parteigewordener Ausdruck des gesellschaftlichen Rechtsrucks. Die Podiumsdiskussion will unter Rückgriff auf publizistisches und journalistisches Wissen sowie aus der Perspektive linksradikaler Theorie und Praxis den Blick auf die vorherrschenden gesellschaftlichen Zustände schärfen und über Möglichkeiten linker Intervention diskutieren.

Der Hamburger Publizist THOMAS EBERMANN hat seinen Frieden mit Deutschland noch immer nicht geschlossen
Der Journalist JAN NOWAK befasst sich seit vielen Jahren mit der extremen Rechten.
NATIONALISMUS IST KEINE ALTERNATIVE ist eine Mitmachkampagne gegen die Festung Europa und ihre Fans.
Die Leipziger Gruppe ANTIFA KLEINPARIS organisiert sich in einer Vernetzung antifaschistischer Gruppen in Ostdeutschland.

Im Anschluss:

Antifakongress meats Trouble in Paradise

Rap…Grime…Trap…Girl…Squad…Action ♀♀ We are those fearless ladies who exude self-confidence and help build their fellow sistas up, not tear them down ! ♀♀ Dem Motto *we put it all in the music – cause‘ music is our weapon* bleiben wir treu. „Trouble in Paradise“ will feiern und kämpfen zugleich. Denn Passion bedingt den Mut, etwas zu ändern. On the decks: mifti haram, double u cc, Juli & Looshyaw.

Plakat

Schlafplatzbörse

Für alle die in der Metropolregion Nürnberg kein Bett ihr Eigen nennen können bieten wir eine Schlafplatzbörse an. Falls ihr und eure Freund_innen einen Platz zum Übernachten sucht, schreibt uns doch bitte eine Mail mit der Anzahl der Personen an afa-kongress@riseup.net.

Wichtig: Sendet uns keine Klarnamen. Es reicht die Anzahl der Personen. Kommt am Kongress bitte zum Infopoint und ihr erhaltet dort dann weitere Infos. Bei Bedarf gibt es auch FLIT* Schlafplätze.